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Netzwerkkarte

Ab ca. 1980 wurde (neben anderen Netzwerktypen) oft Ethernet eingesetzt, welches zuerst mit 10 MBit/s, nach Verabschiedung des Fast-Ethernet-Standards (1995) die Daten auch mit 100 MBit/s übertragen konnte. Während die Datenübertragung zuerst vorwiegend über Koaxialkabel (RG58) per 10BASE2 (Thin Ethernet) erfolgte, wurde spätestens mit Einsatz von 100 MBit-Karten meist mit Twisted-Pair-Kabel und RJ45-Stecker per 10BASE-T übertragen. Hauptgrund für diese Umstellung war die den beiden Übertragungsarten zugrunde liegende Topologie der Verkabelung, auf die ich hier jedoch nicht weiter eingehen will.
Nur der Vollständigkeit halber muss ich hier noch die AUI (Attachment Unit Interface) - Schnittstelle erwähnen, welche Teil des Ethernet - Standards nach den Richtlinien der Standardisierungsbehörde war. Sie war standardmäßig auf von mir verwendeten Netzwerkkarten vorhanden, mir ist jedoch kein konkreter Einsatzfall bekannt.

Auffällig bei vielen Netzwerkkarten ist (rechts zu sehen) ein leerer IC-Socket, der das Stecken eines Boot-(E)PROM's möglich macht. Dieser enthielt dann ein Zusatzprogramm, welches es dem Rechner ermöglichte, ohne das Vorhandensein von Datenträgern "aus dem Netzwerk" zu starten, d.h. sein Betriebssystem von einem zentralen Rechner (Server) zu beziehen. Von dieser Möglichkeit wurde aus zwei Gründen besonders oft in Firmennetzwerken Gebrauch gemacht:

  • Erstens lies sich zu dieser Zeit ein erheblicher Teil der Anschaffungskosten sparen, da für die Workstations keine der zu dieser Zeit noch recht preisintensiven Festplatten notwendig waren.
  • Ein zweite Aspekt waren Datensicherheit und die zu dieser Zeit gerade in den verschiedensten Formen aufkommende Viren. Durch einfaches blockieren der Floppylaufwerke an den Workstations konnte man, da ja andere gebräuchliche Datenschnittstellen (wie z.B. USB) noch nicht existierten, sowohl jegliche Datenentnahme als auch das Eindringen der Viren von außerhalb des gesondert gesicherten Zentralrechners verhindern.

Netzwerkkarte ISA mit BNC - Stecker

Eine andere, eher nicht so häufig genutzte Sonderfunktion von Netzwerkkarten war das "Wake on LAN", welches einen Start des abgeschalteten Rechners aus dem Netzwerk ermöglichte und ca. 1995 von AMD und HP etabliert wurde. Zur Realisierung dieser Funktion war allerdings auch eine hardwareseitige Anpassung des Motherboards notwendig, die über ein gesondertes Kabel konnektiert wurde.

Um die oben erklärten Features auch noch einmal optisch zu zeigen, habe ich hier nebenstehend eine etwas neuere Netzwerkkarte abgebildet, an der man gut die verwendeten Schnittstellen erkennen kann. Von rechts oben:

  • 10BASE2 (Thin Ethernet)
  • AUI (Attachment Unit Interface)
  • 10BASE-T (Twisted-Pair)

An der Rückseite der Karte ist gut das Verbindungskabel zu erkennen, welches in Verbindung mit dem Board die "Wake on LAN" - Funktion realisieren kann.
Ein nützliche Funktion erfüllen ebenfalls die 2 an der Rückseite integrierten LED's: Sie geben Auskunft über die Funktion der Karte und zeigen unabhängig von der softwareseitigen Installation das Anliegen einer Netzwerkverbindung an ...




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