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Datenträger

Maschinenlesbare Datenträger


Meines Wissens sind die ersten maschinell lesbaren Datenträger der Lochstreifen und die Lochkarte, welche zum Teil auch als Konglomerat eingesetzt wurden. So wurden Lochkarten z.B. in der Industrie zur Steuerung von Textilverarbeitungsmaschinen genutzt. Aneinandergereiht ergaben sie "Lochstreifen" und steuerten die Produktion von Stick- und Webmustern. Das kann man heute allerdings fast nur noch im Museum betrachten. Ein weiteres Beispiel ist Conrad Zuses "Z3", der durch alte, gelochte Kinofilmstreifen programmiert wurde.


Lochstreifen kamen Mitte des 19. Jahrhunderts auf und wurden zunächst zur Datenübermittlung im Telegrafiedienst eingesetzt. Die Daten wurden sowohl in senkrecht übereinander stehender bzw. diagonaler Form (als Löcher) oder auch als Striche codiert. Später wurden diese Datenträger vorrangig zur Datenübermittlung in Fernschreibern eingesetzt. Durch ihre Robustheit und einfache Handhabbarkeit fanden diese Datenträger auch schnell Einzug bei der Steuerung von numerischen Maschinenin und in der Computertechnik.
Bei Klick auf die Grafik öffnet sich ein Poup-Fenster! Lochstreifen 8 Kanäle (Standard)
Die Lochkarte wurde von Herman Hollerith erstmals 1890 zur Unterstützung der US-amerikanischen Volkszählung eingesetzt, woher auch die Bezeichnung "Hollerithmaschine" für Lochkarten verarbeitende Maschinen stammt. Später wurde sie zu diesem Zweck auch in Deutschland genutzt.
Sie wurde zur Datenverarbeitung zuerst in rein mechanischen Maschinen (z.B. Sortiermaschinen), später (ab Mitte des 20. Jahrhunderts) in elektrischen und elektronischen Rechenmaschinen zur Daten- und Programmeingabe eingesetzt. Übrigens: Die von Hollerith damals gegründete Firma "Tabulating Machine Company" heißt heute IBM.

Bei Klick auf die Grafik öffnet sich ein Poup-Fenster! Lochkarte 80-Spaltig (Standard)
Eine Standard-Lochkarte kann maximal 80 Zeichen speichern. Die numerischen Daten sind dabei visuell recht gut lesbar, da für jede Zahl eine Spalte genutzt wird (0 bis 9). Für alphanumeriche Daten wurden zusätzlich sogenannte "Überlochungen" (= Lochungen über dem Zahlenfeld) genutzt, die ohne genaue Kenntnis des Codes nicht so einfach lesbar sind. Es gab jedoch damals auch Spezialisten, die das konnten!
Sollten Sie sich näher mit dem Einsatz von Lochkarten beschäftgen wollen, habe ich hier noch weitere Informationen hinterlegt.



Die Einführung von Magnetband und Floppy-Disk verdrängte schließlich Lochkarte und Lochstreifen, da auf ihnen pro Datenträger wesentlich größere Datenmengen speicherbar waren.

Bei Klick auf die Grafik öffnet sich ein Poup-Fenster!  Standard-Disketten 8", 5,25", 3,5"
Die erste Form der heute gebräuchlichen Diskette wurde als Ersatz zur Lochkarte in ihrer 8“-Version von Alan Shugard erfunden und incl. Hardware ab 1971 von IBM® vermarktet. Ebenfalls Shugard wird die Entwicklung der 5,25“Diskette zugeschrieben (ca. 1977), und TEAC® lieferte das erste Diskettenlaufwerk zu diesem Format. Die noch heute übliche 3,5“-Version wurde ca. 1981 von Sony® vorgestellt.

Bei einer Diskette handelt es sich um einen rotationssymmetrischen Datenträger aus Plast, der normalerweise mit Eisenoxid beschichtet ist. Zu ihrem Schutz ist diese Plastikscheibe in eine Tasche aus Pappe bzw. ein Kunststoffgehäuse mit Aussparungen für Vortrieb, Indexierung, Schreibschutz und Datenzugriff eingelagert.
Disketten wurden zunächst nur einseitig in einfacher Speicherdichte, später auch zweiseitig und in doppelter Speicherdichte beschrieben. Das dabei genutzte Speicherprinzip sowie den Aufbau einer Diskette möchte ich hier näher erläutern.

Die übliche Speicherkapazität von mir genutzter Disketten in den 3 o.g. Formen (es gab noch einige Formate mehr und auch die Speicherkapazitäten waren bei diesen Sonderformaten beträchtlich höher) betrug von ca. 360 KB bis 1,44 MB.
Das Stramerband (auch Streamer-Cardridge genannt), ist ein in einer Kassette enthaltenes Magnetband, auf welches die Daten sequentiell, also hintereinander, abgespeichert und auch wieder gelesen werden. Man könnte es auch als Nachfolger der bis in die 1980er Jahre bei Heimcomputern gebräuchlichen  Compact-Cassetten bezeichnen (weiterführende Infos: Z1013).
Die Speicherkapazität reichte dabei von unter 100 MB bis zu mehreren GB, was es bis in die heutige Zeit speziell für Datensicherungsaufgaben prädestiniert. Ein wesendlicher Nachteil ist die durch das sequentielle Aufzeichnungsverfahren bedingten langen Zugriffszeiten (im Minutenbereich).

Streamer-(Magnet-)Band, 170 MB (129,5m)

Die PD-Disk (Phasewriter Dual) ist als Vorläufer der CD-RW zu bezeichnen, hat eine Speicherkapazität von 650 MB und wurde 1995 von Panasonic auf den Markt gebracht. Es handelt sich hierbei um einen in ein Cardridge (= Gehäuse) eingebetteten Datenträger, der ähnlich einer Wechselfestplatte aus dem Windows-Explorer genutzt werden konnte. Dieser deutliche Vorteil gegenüber einer CD-RW (nur per Brennsoftware beschreibbar) konnte sich jedoch – sicherlich auch aus preislichen Gründen - nicht gegen die heute allgegenwärtigen Plastikscheiben durchsetzen und sie sind seit der Jahrtausendwende praktisch vom Markt verschwunden.
PD-Disk LM-R650E, 5,25", 650 MB
Beim Magneto Optical Disk (MO oder MOD) handelt es sich um einen Datenträger, der magnetisch beschrieben, aber optisch gelesen wird. Es handelt sich dabei um ein technisch recht kompliziertes Verfahren, bei dem der Datenträger per Laser über den Curie-Punkt erhitzt (Grundlöschung von Daten) und anschließend wieder magnetisiert (Schreibvorgang) wird. Das Auslesen der Daten geschieht über einen magnetischen Lesekopf oder über einen schwachen Laser. Gefertigt wurden diese Datenträger in den Formaten 3,5“ und 5,25“ mit unterschiedlichen Kapazitäten bis zu 2,3 GB.
Magneto Optical Disk OC-800, 5,25", 786 MB
Die Zip-Disk ist der Datenträger für eine Reihe von durch iomega® unter diesem Markennamen entwickelte Wechselplattenlaufwerken. Es handelt sich dabei um Laufwerke und Datenträger, die nach dem gleichen (magnetischen) Prinzip wie Festplatten und Disketten funktionieren. Die Datenträger hatten ursprünglich eine Kapazität von 100 MB und wurden später auch mit 250 und 750 MB ausgeliefert. Auf Grund ihrer Kompatibilität zu den klassischen Datenträgern wurden sie auch schnell als optionales Bootmedium ins BIOS von PC’s integriert. Die Einführung von Datenträgern mit wesendlich höheren Speicherkapazitäten (CD-RW, DVD, USB-Festplatten) verdrängt sie zunehmend vom Markt.
Zip-Diskette 3,5",
100 MB

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